{"id":1050,"date":"2016-06-15T22:08:08","date_gmt":"2016-06-15T22:08:08","guid":{"rendered":"http:\/\/skrobotz.de\/de-mail\/?p=1050"},"modified":"2016-06-15T22:08:08","modified_gmt":"2016-06-15T22:08:08","slug":"die-marke-de-mail","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skrobotz.de\/de-mail\/?p=1050","title":{"rendered":"Die Marke &#8222;De-Mail&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>Eine aktuelle Entscheidung des Bundespatentgerichtes (Beschluss vom 20. April 2016 \u2013 <a href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=26%20W%20(pat)%2037\/14\" title=\"26 W (pat) 37\/14 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">26 W (pat) 37\/14<\/a> \u2013) macht aufmerksam auf die markenrechtlichen Aspekte der De-Mail:<\/p>\n<p>Die <a href=\"https:\/\/register.dpma.de\/DPMAregister\/marke\/einsteiger\">Recherche im Markenregister<\/a> des <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Deutsches_Patent-_und_Markenamt\">Deutschen Patent- und Markenamtes<\/a> <a href=\"http:\/\/dpma.de\/\">DPMA<\/a> ergibt folgende Geschichte:<\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Im <strong>April 2008<\/strong> beantragte die Bundesrepublik, vertreten durch das BMI, die Eintragung von &#8222;DE-Mail&#8220; als Wortmarke f\u00fcr die <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Markenklassifikation\">Klassen <\/a><\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td valign=\"top\">09<\/td>\n<td>Computer; Computerperipherieger\u00e4te; Ton-, Bild- sowie Datentr\u00e4ger aller Art soweit in Klasse 09 enthalten, insbesondere CDs, DAT-B\u00e4nder, Videob\u00e4nder, Disketten, CD-Roms, CD-Is, DVDs, s\u00e4mtliche vorstehende Waren in bespielter und unbespielter Form; Computerprogramme<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">16<\/td>\n<td>Papier, Pappe (Karton) und Waren aus diesen Materialien, soweit in Klasse 16 enthalten; Druckereierzeugnisse, insbesondere Prospekte, Kataloge, B\u00fccher, Zeitungen und Zeitschriften; Lehr- und Unterrichtsmaterial (ausgenommen Apparate)<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">35<\/td>\n<td>Werbung; Gesch\u00e4ftsf\u00fchrung; Unternehmensverwaltung; B\u00fcroarbeiten<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">38<\/td>\n<td>Telekommunikation, insbesondere Informations- und Kommunikationsdienste aller Art, soweit in Klasse 38 enthalten; Betreiben einer digitalisierten Medienplattform f\u00fcr den Austausch von Nachrichten und Informationen aller Art<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">39<\/td>\n<td>Transportwesen, insbesondere Postdienstleistungen; Verpackung und Lagerung von Waren<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">41<\/td>\n<td>Erziehung, Ausbildung, Unterhaltung, kulturelle Aktivit\u00e4ten; Entwicklung, Gestaltung und Produktion von Film,- Fernseh-, Rundfunk-, BTX-, Videotext-, Teletext-, Internet-Programmen und \u2013Sendungen, insbesondere von interaktiven Programmen oder Sendungen (bildender, unterrichtender und unterhaltender Art sowie von Nachrichtensendungen); Ver\u00f6ffentlichung und Herausgabe von Druckereierzeugnissen sowie entsprechender elektronischer Medien, insbesondere von Prospekten, Katalogen, B\u00fccher, Zeitungen und Zeitschriften; Dienstleistungen eines Redakteurs<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">42<\/td>\n<td>wissenschaftliche und technologische Dienstleistungen und Forschungsarbeiten und diesbez\u00fcgliche Designerdienstleistungen; Dienstleistungen in Bezug auf Internet- und Emailsicherheit; Zertifizierungsdienstleistungen, insbesondere die Zertifizierung von Internetdienstanbietern; Entwurf und Entwicklung von Computerhardware und -software<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td valign=\"top\">45<\/td>\n<td>juristische Dienstleistungen; Lizenzierung von Computersoftware; Lizenzvergabe von gewerblichen Schutzrechten<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Der Schwerpunkt lag dabei auf der Klasse 38 (Informations- und Kommunikationsdienste aller Art, Nachrichten- und Informationsaustausch).<\/p>\n<p>Der Antrag wurde im Folgenden zur\u00fcckgenommen, als die Bundesrepublik im <strong>September 2008<\/strong> beim Harmonisierungsamt f\u00fcr den Binnenmarkt (HABM, seit dem 23. M\u00e4rz 2016: Amt der Europ\u00e4ischen Union f\u00fcr geistiges Eigentum, EUIPO) einen Antrag auf Eintragung des Wortzeichens &#8222;De-Mail&#8220; als Gemeinschaftsmarke stellte, mit dem Priorit\u00e4tsdatum April 2008, das hei\u00dft dem des ersten Antrags. Die angegebenen Klassen entsprechen dem des ersten Antrags. Die Deutsche Post erhob Widerspruch mit der Begr\u00fcndung, die Wortmarke sei einer zu ihren Gunsten bestehenden zum Verwechseln \u00e4hnlich. Das Widerspruchsverfahren wurde im Dezember 2012 abgeschlossen.<\/p>\n<p>Im <strong>September 2009<\/strong> beantragte die Bundesrepublik zudem die Eintragung einer Wort-\/Bildmarke mit dem <a href=\"https:\/\/register.dpma.de\/DPMAregister\/marke\/habm\/images\/habmTrans\/pics\/\/thumbs\/41\/008536741.jpg\">De-Mail-Signet<\/a>, und zwar f\u00fcr die oben erl\u00e4uterten Klassen 16 und 35, sowie in einem weiteren Antrag f\u00fcr die Klassen 9, 16, 38, 41, 42 und 45.<\/p>\n<p>Im <strong>Juli 2010<\/strong>, das hei\u00dft kurz nachdem die Koalition im Bundestag angek\u00fcndigt hatte, &#8222;das De-Mail-Gesetz, das wir &#8230; in der letzten Wahlperiode nicht mehr verabschieden konnten, &#8230; jetzt energisch&#8220; &#8222;anzugehen&#8220; (<a href=\"http:\/\/dip21.bundestag.de\/dip21\/btp\/17\/17031.pdf\">Bundestags-Protokoll 17\/31<\/a> vom 18. M\u00e4rz 2010, S. 2876), beantragte der Berliner Diplom-Jurist <em>David Rajab Ali Fardi<\/em> Schutz f\u00fcr seine Wort-Bildmarke &#8222;<a href=\"https:\/\/register.dpma.de\/DPMAregister\/marke\/register\/thumbnail\/DE\/3020100426608\/-1\">DeMail &#8211; der elektronische Brief<\/a>&#8220; in den Klassen 38, 39 und 41. Der Antrag wurde wegen fehlender Unterscheidungskraft zur\u00fcckgewiesen. (Herr Fardi ist zwar anonsten im Umfeld elektronischer Briefdienstleistungen bislang nicht weiter aufgefallen, daf\u00fcr aber Inhaber der Marke &#8222;<a href=\"https:\/\/register.dpma.de\/DPMAregister\/marke\/register\/3020090454310\/DE\">REBAY<\/a>&#8220; f\u00fcr die Klassen Werbung, Unternehmensverwaltung; Materialbearbeitung; wissenschaftliche und technologische Dienstleistungen und Forschungsarbeiten).<\/p>\n<p>Im <strong>Oktober 2012<\/strong> nun hat das BMI die auf ihren Antrag vom September 2008 erfolgte Anmeldung der Wortmarke &#8222;De-Mail&#8220; zur\u00fcckgenommen und die Umwandlung der Gemeinschaftsmarkenanmeldung in eine nationale deutsche Markenanmeldung beantragt, und sodann ihre Umwandlung in eine <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Kollektivmarke\">Kollektivmarke<\/a>. Hintergrund ist augenscheinlich das Bestreben des BMI und seines BSI, die markenm\u00e4\u00dfige Benutzung von &#8222;De-Mail&#8220; allen De-Mail-Anbietern (als &#8222;Kollektiv&#8220;) auch ohne einen im Einzelnen stets erforderlichen Gestattungsakt zu erm\u00f6glichen.<\/p>\n<p>Das Bundespatentgericht hat diesen Antrag ebenso wie zuvor das DPMA zur\u00fcckgewiesen mit dem Argument, die begehrte Umwandlung einer Gemeinschafts- in eine nationale Marke erfordere die Identit\u00e4t der beiden Marken auch dem Inhalt nach. Damit sei die gleichzeitige Umwandlung in eine Kollektivmarke nicht zu vereinbaren, da diese wesensverschieden sei. Deshalb k\u00f6nne letztlich dahinstehen, ob dieses zus\u00e4tzliche Begehren schon bei der Antragstellung habe erkl\u00e4rt werden m\u00fcssen und nicht nachgeschoben haben werden d\u00fcrfen.<\/p>\n<p>Die Rechtsbeschwerde zum Bundesgerichtshof ist zugelassen.<\/p>\n<p><strong> BPatG<\/strong>, Beschluss vom 20. April 2016 \u2013 <a href=\"http:\/\/dejure.org\/dienste\/vernetzung\/rechtsprechung?Text=26%20W%20(pat)%2037\/14\" title=\"26 W (pat) 37\/14 (2 zugeordnete Entscheidungen)\">26 W (pat) 37\/14<\/a> \u2013.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine aktuelle Entscheidung des Bundespatentgerichtes (Beschluss vom 20. 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