{"id":1212,"date":"2021-02-28T22:51:39","date_gmt":"2021-02-28T22:51:39","guid":{"rendered":"https:\/\/skrobotz.de\/de-mail\/?p=1212"},"modified":"2021-03-01T19:36:51","modified_gmt":"2021-03-01T19:36:51","slug":"toter-gaul","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/skrobotz.de\/de-mail\/?p=1212","title":{"rendered":"Toter Gaul"},"content":{"rendered":"\n<p>Auch das steht schon <a href=\"https:\/\/heise.de\/-5067372\">fast<\/a> <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/timotheus-hoettges-telekom-chef-erklaert-de-mail-zum-toten-gaul-a-3a60e22c-9769-4e7a-a39d-1567a91fb857\">\u00fcberall<\/a>, nun eben auch hier: Der Telekom-Chef hat die De-Mail zum &#8222;toten Gaul&#8220; erkl\u00e4rt, und den Ausstieg des Unternehmens verk\u00fcndet. <\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>De-Mail sei \u00bb\u00fcberkompliziert\u00ab und ein \u00bbtoter Gaul\u00ab, sagte H\u00f6ttges. Es habe trotz Investitionen in dreistelliger Millionenh\u00f6he \u00bbnie jemanden gegeben, der dieses Produkt genutzt hat\u00ab, deshalb habe man den Dienst \u00bbeingestellt\u00ab.<\/p><cite>Telekom-Chef erkl\u00e4rt De-Mail zum \u00bbtoten Gaul\u00ab, Der Spiegel vom <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/timotheus-hoettges-telekom-chef-erklaert-de-mail-zum-toten-gaul-a-3a60e22c-9769-4e7a-a39d-1567a91fb857\">26. Februar 2021<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Zitat stimmt, das Framing im Spiegel-Artikel ist aber etwas ungl\u00fccklich: Das &#8222;ausf\u00fchrliche,<a rel=\"noreferrer noopener\" target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8Jrlqmlzj2U\"> fast zweist\u00fcndige Interview mit dem YouTuber Tilo Jung<\/a>&#8220; befasst sich eine ganze Minute lang mit der De-Mail; drumherum geht es um alles andere bei der Telekom, von der NSA in den europ\u00e4ischen Datennetzen, den Umgang mit Corona in der Telekom und \u00fcberhaupt, dem Internet of Things, den Auftritt in anderen europ\u00e4ischen L\u00e4ndern, bis hin zu den Aussichten im Amerika-Gesch\u00e4ft, und und und.<\/p>\n\n\n\n<p>Ab ca. 1:13:00 geht es los: Telekom-Vorstandsvorsitzender Timotheus (&#8222;Tim&#8220;) H\u00f6ttges hat soeben die Grenzen des Konzepts &#8222;fail fast&#8220; erl\u00e4utert, des schnellen Eingestehens, gescheitert zu sein. Congstar beispielsweile, die g\u00fcnstige Mobilfunkmarke der Telekom, sei anfangs sehr langsam angelaufen. Er habe um Geduld geworben, nun sei es ein profitables Erfolgsmodell mit \u00fcber 500 Millionen Euro Umsatz. Anders dagegen De-Mail:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Wir hatten mal die Idee der sicheren, verschl\u00fcsselten E-Mail f\u00fcr die  gesamte Kommunikation des Rechtsverkehrs und der \u00f6ffentlichen Kommunikation. Das war ein Auftrag aus dem  Innenministerium damals, das zu machen. Rein auf privatwirtschaftlicher Initiative. Wir haben mit United Internet ein entsprechendes Produkt aufgebaut, und dergleichen. Wir haben einen dreistelligen Millionenbetrag investiert, aber es hat nie jemanden gegeben, der dieses Produkt genutzt hat, weil es einfach \u00fcberkompliziert war. Wir haben in dem Raum hier gesessen und haben gesagt: &#8222;Wisst ihr was, wir k\u00f6nnen jetzt noch lange auf einem toten Gaul reiten, der wird deswegen nicht schneller.&#8220; Und haben das Produkt eingestellt.<\/p><cite>Tim H\u00f6ttges, im Interview mit Thilo Jung, Jung &amp; Naiv vom <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=8Jrlqmlzj2U\">18. Februar 2021<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Marcel Rosenbach freut sich <a href=\"https:\/\/www.spiegel.de\/netzwelt\/web\/timotheus-hoettges-telekom-chef-erklaert-de-mail-zum-toten-gaul-a-3a60e22c-9769-4e7a-a39d-1567a91fb857\">im Spiegel<\/a> sichtlich \u00fcber die markigen Worte, ordnet sie aber richtig ein: Das Unternehmen habe rasch erkl\u00e4rt, der Dienst sei nicht eingestellt, nur die Vermarktung gestoppt. Bestandskunden w\u00fcrden weiter versorgt. Die anderen Projektbeteiligten wie United Internet und Mentana Claimsoft teilten die Einsch\u00e4tzung nicht. Auch Hal Faber h\u00e4lt die Nachricht vom Tod der De-Mail f\u00fcr \u00fcbertrieben: &#8222;Nur dann treibt mich die Frage herum, woher eigentlich diese deprimierenden Mitteilungen der <a href=\"https:\/\/skrobotz.de\/de-mail\/?p=580\" data-type=\"post\" data-id=\"580\">Deutschen Rentenversicherungen<\/a> kommen, die mir per De-Mail geschickt werden&#8220;, und res\u00fcmiert:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>Nein, De-Mail war kein Erfolgsmodell, doch f\u00fcr ein paar Spezialanwendungen durchaus zu gebrauchen. Vielleicht rappelt er sich nochmal auf, der alte Gaul.<\/p><cite>Hal Faber, Was War. Was Wird. vom <a href=\"https:\/\/heise.de\/-5067372\">28. Februar 2021<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Vielleicht ja aber auch nicht. Mit den Beh\u00f6rden, die wir nun einmal haben. Der bei United Internet f\u00fcr die De-Mail zust\u00e4ndige Jan Oetjen etwa beklagt sich:<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>W\u00e4hrend Nutzerinnen und Nutzer sich im Homeoffice oder beim Homeschooling schnell auf neue Technologien eingestellt haben, gibt es gerade aufseiten von Beh\u00f6rden noch Nachholbedarf. So sehen wir zum Beispiel durchaus Steigerungen im Bereich der rechtssicheren Kommunikation \u00fcber De-Mail. Viele Beh\u00f6rden hinken hier aber noch weit hinterher und tun sich daher schwer, f\u00fcr die B\u00fcrger digital erreichbar zu sein.<\/p><cite>Jan Oetjen im Interview mit den Badischen Neuesten Nachrichten, <a href=\"https:\/\/bnn.de\/nachrichten\/wirtschaft\/webde-chef-jan-oetjen-der-bedarf-an-digitaler-kommunikation-ist-gestiegen\">27. Februar 2021<\/a><\/cite><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das Innenministerium reitet den &#8222;toten Gaul&#8220;, so es denn einer ist, auch ohne die Telekom weiter. Das Justizministerium schafft lieber <a href=\"https:\/\/skrobotz.de\/de-mail\/?p=1200\" data-type=\"post\" data-id=\"1200\">eigene Untote<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Auch das steht schon fast \u00fcberall, nun eben auch hier: Der Telekom-Chef hat die De-Mail zum &#8222;toten Gaul&#8220; erkl\u00e4rt, und den Ausstieg des Unternehmens verk\u00fcndet. De-Mail sei \u00bb\u00fcberkompliziert\u00ab und ein \u00bbtoter Gaul\u00ab, sagte H\u00f6ttges. 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